Zurück zur Übersicht

Newsletter Politik · 31.10.2026, 17:27 Uhr

Spieglein, Spieglein

Liebe Leserinnen und Leser,

heute ist es wieder einmal so weit: Halloween steht vor der Türe. Mit einer gewissen, aber eher abnehmenden Wahrscheinlichkeit, dort auch einige mehr oder minder kostümierte Jugendliche vorzufinden, die Sie mit der Drohung „Süßes oder Saures“ zur Herausgabe von Süßigkeiten bewegen wollen.

Ich selbst bevorrate für diesen Abend stets einige Tafeln Schokolade und zwei Netzchen Bio-Zitronen. Einfach, um den jungen Leutchen einmal zu verdeutlichen, dass es im Leben nicht immer um ein Entweder-Oder, sondern durchaus auch einmal um ein Sowohl-als-Auch oder ein verbindendes „und“ gehen kann. Denn das haben gerade diejenigen nie erfahren, die in einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft aufgewachsen sind und das streitige Diskutieren niemals gelernt haben, wohl aber gewahr wurden, dass sich in ihrer Familie spätestens seit der „Pandemie“ Gräben aufgetan haben, die kaum noch überbrückbar erscheinen. 

Erinnern Sie sich noch? Im Juni 2020 hielt eine Mischung aus vorwiegend linken Chaoten und Jünglingen aus dem Morgenland die polizeilichen Einsatzkräfte in Stuttgart arg in Atem. Auf mitgeschnittenen Videos waren die Rufe „All cops are bastards“ (A.C.A.B.) und „Allahu Akbar“ zu hören.

Polizei und Medien sprachen daraufhin von der „Party- und  Eventszene“, da es ihnen die moralische Selbstinszenierung verbot, gradheraus Ross und Reiter beim Namen zu nennen.

In der kommenden Nacht, so steht zu befürchten, wird diese Party- und Eventszene ausgesprochen ausgelassen Halloween begehen. Importierte Kulturabwickler aus 1000 und einer Nacht, Fachkräfte für schnelle Schaufensteröffnungen und formlose Eigentumsübertragung, Todesopfer in Kauf nehmende „Antifaschisten“, Palästinafahnen schwenkende Vermummte, brandschatzende Linksradikale und plünderungswütige Kriminelle werden sich zu einer unheiligen Allianz zusammenfinden, die sich im Kokon friedlich verlaufender Schüler- und Studentenproteste der hemmungslosen Zerstörung hingibt.

Sehr bemerkenswert ist zweifellos, dass die sog. Schülerproteste längst zu einem fast europaweiten Phänomen geworden sind. Interessant ist zweifellos aber auch, dass dabei augenscheinlich zahlreiche obskure Gestalten mitmischen, die dem Erscheinungsbild nach wohl noch nie eine Schule von innen gesehen haben.  
https://uncutnews.ch/europa-steht-auf-von-paris-bis-tirana-entlaedt-sich-der-frust-auf-der-strasse/

Wogegen richten sich die Proteste? Gegen die weit verbreiteten Miseren des Bildungssystems, immer höhere Lebenshaltungskosten, kaum noch zu stemmende Energiepreise, die Verlagerung schuldenfinanzierter Staatshaushalte auf die kommenden Generationen, die Kriegstreiberei und die damit einhergehende, mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. 

Die Forderungen der jungen Generation sind zumindest teilweise nachvollziehbar. Denn natürlich geht es nicht spurlos an ihnen vorbei, dass  „kein Geld da ist“. Kein Geld für die Schulen und Kindergärten, kein Geld für Brücken, kein Geld für angemessene Renten, kein Geld für Krankenhäuser und das Gesundheitswesen, kein Geld für ein höheres Bafög, kein Geld für die Pflege. Wohl aber unbegrenzt Geld für die Ukraine, für Migranten und für Waffen.

Das macht Sinn!


Etwas überspitzt, im Kern aber zutreffend hat die AfD-Vorsitzende Alice Weidel zu den Demonstrationen jetzt festgestellt „Links demonstriert gegen die Folgen linker Politik.“ Wobei es richtiger wäre, von links-grüner Politik zu sprechen. https://www.mmnews.de/politik/258863-weidel-links-demonstriert-gegen-die-folgen-linker-politik

Eingeleitet in der Ära-Merkel und seitdem konsequent fortgeführt hat links-grüne, ideologiegetriebene Politik Deutschland so tief in die Krise geführt, dass man sich heute nicht mehr des Eindrucks erwehren kann, dass abgesehen von den Finanzämtern hierzulande nicht mehr viel funktioniert.

Eine ungewohnt scharfe Kritik an der Ex-Kanzlerin war in dieser Woche von Ex-Ifo-Chef Hans-Werner Sinn zu hören, der vor allem die Fehlanreize der Sozialpolitik und die überzogene und einseitige Klimapolitik anprangerte. Die Energiewende bezeichnete er als „Humbug“. Wörtlich: „Nichts hat gestimmt!“ Professor Sinns Forderung: „15 Jahre Merkel rückabwickeln!“ 
https://www.mmnews.de/politik/258694-sinn-15-jahre-merkel-rueckabwickeln

Rückabwickeln lassen sich viele der Fehlentscheidungen Frau Merkels, Herrn Scholz‘ und Herrn Merz‘ leider nicht mehr. Wobei es für mich am verstörendsten ist zu wissen, dass unsere Volksvertreter genannten Parlamentarier den drei Regierungen nicht in den Arm gefallen sind und es sogar hinnahmen, als die Gottkanzlerin das Ergebnis einer demokratischen Landtagswahl per Telefonanruf erfolgreich aus den Angeln hob und damit ihr Verständnis von „unsere Demokratie“ demonstrierte. Mit dem Ergebnis, dass es sich heute CDU-Ministerpräsidenten erlauben zu können glauben, ihre Fraktionskollegen nach einer Wahl zur Abgabe eidesstattlicher Erklärungen zu ihrer Stimmangabe zu nötigen. 

Wer gehofft hatte, gegen diese seit Merkel Schule machenden Demontage nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Demokratie würde sich Widerstand zeigen, Hunderttausende gingen auf die Straße für Frieden und Freiheit, der sah und sieht sich getäuscht. Millionen hingegen machen sich auf die Beine, wenn eine zum Großteil aus Steuergeldern finanzierte NGO Fake News an den Haaren herbeigezogene über angebliche Pläne der „Rechten“ konstruiert und dann veröffentlicht.

Sollte es heute Nacht tatsächlich so hoch hergehen, wie zahllose Ladenbesitzer in Berlin, München oder Nürnberg befürchten, wird in der kommenden Woche niemand dagegen protestieren. Denn die Linken sind ja die Guten. Viel mehr Gehirnwäsche geht kaum.

Spieglein, Spieglein


In meiner Jugend galt es unter uns Pubertierenden als chic, die ZEIT, die Frankfurter Rundschau, die Süddeutsche oder eben auch den SPIEGEL zu lesen. Konservativen hingegen galt von allem letztgenanntes Wochenblatt als linkes Machwerk und politischer Nestbeschmutzer.

1964, mit Politik hatte ich noch nichts im Sinn, veröffentlichte der SPIEGEL einen mit „Braune Flut“ überschriebenen Artikel. Der begann so: „Den Pariserinnen wird das Plätschern vergällt. Wo ein vereinzelter Bikini im Frei-Bassin paddelt, ist er bald von bräunlichen Schwimmern eingekreist und angetaucht. Zehn, zwanzig Algerier-Hände zerren an den Verschlüssen des Badekostüms und rauben der Trägerin das Textil.“

Und dann ging es weiter mit den nach Frankreich geströmten Nordafrikanern, ganz überwiegend jungen Männern. Denn die waren nicht ohne. Allein in Paris gab es laut SPIEGEL eine „Kolonie“ von rund 200.000 Algeriern. Die machten zwar nur drei Prozent der hauptstädtischen Bevölkerung aus, auf ihr Konto gingen jedoch 32 Prozent der Morde, 39 Prozent der Autodiebstähle und 58 Prozent der Diebstähle mit Schusswaffengebrauch. https://www.spiegel.de/politik/braune-flut-a-8f9e7c18-0002-0001-0000-000046174775

Ich gehe auf diesen wirklich lesenswerten Artikel des SPIEGEL von 1964 nicht ein, um auf die unverkennbaren Parallelen zu heute überzuleiten, sondern um Ihnen den geradezu unfassbaren Wandel des im Lande herrschenden Haltungsjournalismus vor Augen zu führen: Ein in der Gesellschaft als stramm links verortetes Wochenmagazin beschrieb die Zustände ehrlich, wie sie waren, faselte nichts von einer drohenden Instrumentalisierung durch den politischen Gegner und schreckte auch nicht zurück vor einer heute völlig undenkbaren Überschrift.

Zu einer objektiven Berichterstattung dieser Art ist der SPIEGEL seit vielen, vielen Jahren nicht mehr in der Lage. Geht es um Themen wie z. B. Migration und ihre Folgen, wird vertuscht, verschwiegen, bagatellisiert, und entschuldigt. Und natürlich vor den „Rechten“ gewarnt. Allzu gerne findet auch eine Täter-Opfer-Umkehr statt. Aber das ist kein Alleinstellungsmerkmal des SPIEGEL, sondern ein zeitgenössischer Gutmenschen-Reflex. Nicht die Grabscher im Schwimmbecken, die Mädchen oder Frauen die Badebekleidung vom Leib reißen, sind schuld, sondern die Damen selbst, die durch Brust und Po hilflose Opfer des Testosterons provozieren.

Am krassesten, ich schrieb es hier im Newsletter vor langer Zeit, war die Plakat-Aktion in Kölner Schwimmbädern, auf denen zu sehen war, wie weiße Mädchen oder Jungs stärker Pigmentierte belästigen, drangsalieren und/oder sexuell angehen.

Ich für meinen Teil kann nicht nachvollziehen, wie langjährige Leser etwa des SPIEGEL dieses die Wirklichkeit ins Gegenteil verkehrende Blatt  heute immer noch lesen. Es hat ihr Gehirn nur gewaschen, um es dann zu verschmutzen. Und sie haben es nicht mitbekommen.

Wäre der SPIEGEL heute noch so offen, ehrlich, objektiv und kritisch wie anno 1964, ich würde ihn wieder abonnieren. So aber bleibt mit nur Mitleid mit all jenen, die einst ein Urgestein des Journalismus abonniert haben und heute links-grüne Propaganda geliefert bekommen, ohne diesen Wechsel realisiert zu haben.

Ihnen allen einen hoffentlich friedvollen Reformationstag aka Halloween!


Axel Retz




„Die deutsche Sprache ist äußerst kompliziert: Bei Helligkeit heißt es „der Weizen und das Korn“, nach Eintritt der Dunkelheit „das Weizen und der Korn“. (Netzfund)

Zurück zur Übersicht Beitrag als PDF