Liebe Leserinnen und Leser,
einmal mehr ist es vorrangig politisch-militärisches Geschehen, das die Kursbewegungen an den Finanzmärkten dominiert.
Zum einen ist da natürlich der Krieg gegen den Iran zu nennen, bei dem der US Präsident Teheran unverhohlen mit dem Einsatz der stärksten nicht-nuklearen Waffen droht und seinen Landsleuten die Ausreise aus den Golfstaaten nahelegt.
Im Iran erzielte er damit keinen erkennbaren Eindruck. Wohl aber an den Ölmärkten, wo der Barrelpreis für die Nordseesorte Brent gestern bei knapp 117 USDollar aus dem Handel gingen. Verglichen mit dem Jahresbeginn bedeutet das einen Preisanstieg um 92,17 Prozent.
Die Folgen für die Verbraucherpreise muss ich nicht beleuchten; jeder bekommt sie beim Tanken und Einkaufen zu spüren.
Eine aus dem Ruder laufende Inflation pflegen Notenbanken durch ein Anheben der Leitzinsen zu beantworten. So auch aktuell. Wobei ihnen bewusst sein dürfte, dass eine rigorosere Geldpolitik rein gar nichts am Konflikt am Persischen Golf ändern und auch den Ölpreisanstieg nicht eindämmen kann. Stattdessen verteuert er Kredite, wirkt bremsend auf die Bautätigkeit und sowohl private als auch unternehmerische Investitionen. Eine Wirtschaft, die schon unter den hohen Energiekosten ächzt, kann das durchaus in eine Rezession stürzen, auch dann, wenn eine durch massive Rüstungsausgaben verzerrte Statistik so wie jetzt einen rechnerischen Aufschwung ausweist.
Was den Zinsanstieg betrifft, hat sich aber nicht nur der Krieg am Golf den Schwarzen Peter verdient. In der Pflicht steht hier auch die Politik, die eine historisch beispiellose Verschuldungsorgie losgetreten hat, immer größte Anteile des Haushalts für den Schuldendienst ausgeben und letztlich selbst dafür wieder neue Kredite aufnehmen muss.
In der EU ist es Frankreich, das es diesbzgl. mit einer Staatsverschuldung in Höhe von 119 Prozent des BIP am weitesten getrieben hat. Mit der Folge, dass Kredite im Nachbarland so teuer sind wie zuletzt 2002. Für seine Anleihen zahlt Frankreich schon jetzt höhere Zinsen als damals das einstige Krisenland Griechenland. Mit dem wichtigen Unterschied, dass Frankreich die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU ist, Griechenland hingegen vergleichsweise unbedeutend.

Die Auswirkungen sind längst auf den Aktienmarkt durchgeschlagen, wie Sie im Vergleichchart zwischen dem französischen CAC40 und dem DAX erkennen. Und die ausufernden „Schülerdemonstrationen“, instrumentalisiert von linken Chaoten und illegalen Zuwanderern, haben den Druck auf den französischen Finanzmarkt zuletzt noch weiter erhöht.
Durchgeschlagen ist die mit Fug und Recht als brisant zu beschreibende politische Gemengelage in Frankreich auch auf den Euro. Hier rächt sich halt einmal mehr, dass die Euro-Länder zwar eine gemeinsame Währung, nicht aber eine gemeinsame Haushaltsdisziplin haben.
Mit jetzt knapp 1,12 hat sich EUR/USD zum Wochenausklang auf einer wichtigen charttechnischen Unterstützung aus dem Handel verabschiedet. Wartet La France an diesem Wochenende mit einem eskalierenden Gewaltexzess auf, bestehen gute Chancen, dass der Kurs diese Auff anglinie nach unten durchbricht und in Richtung 1,08 abtaucht. Für Trader ist das allemal genug, um mit einem kleinen Put-Engagement einen schönen Schnitt zu machen!
DAX: Prinzip Hoffnung
Sollte der Krieg in der Ukraine wie auch immer ein Ende finden, wäre es theoretisch vorbei mit den Milliardensummen, die Jahr für Jahr in Richtung Kiew fließen, ohne, so Bundeskanzler Friedrich Merz, hier irgendwelche Lücken aufzureißen. Auf einen solchen Frieden setzten die Marktteilnehmer hierzulande zuletzt immer stärker, leider ohne dass es dafür belastbare Hinweise gegeben hätte.
Dennoch gab der DAX in dieser Woche um knapp zwei Prozent nach. Richtig baisseträchtig wird es aber erst unterhalb von 24.500 Zählern.Nasdaq 100: 27.000 im Visier
Im Kampf um die Deutungshoheit der Gewinnperspektiven der KI haben zuletzt die Skeptiker die Nase vorne gehabt. Das ging auch am Nasdaq 100 nicht spurlos vorbei.
Nach einem recht deutlichen Kursrückgang in der Vorwoche setzte das US-Technologiebarometer erneut zurück. Die auf Wochenbasis eingestellten markttechnischen Indikatoren sind momentan eindeutig bearish zu beurteilen, so dass ein Rückgang des Index bis auf rund 27.000 Punkte jetzt das „ideale“ Szenario wäre - ggf. zum Neueinstieg!
Gold: Countdown für Stufe 2
Von seinem Ende Januar markierten Jahreshoch bei 5.500 USD/oz. hat sich der Goldpreis um 26,8 Prozent ermäßigt - parallel zum Zinsanstieg an den Anleihemärkten.
Dass Sie sich hier auf eine Fortsetzung der Konsolidierung einstellen müssen, das hatte ich in den letzten Monaten hier im Newsletter unmissverständlich kommuniziert.
Jetzt aber nähert sich der Punkt zum Wiedereinstieg! Entweder für Anleger, die immer noch nicht über Gold- und/oder Silbermünzen verfügen oder aber für Marktteilnehmer, die statt physischen Metallbesitzes Edelmetall-Aktien bevorzugen. Was den Vorteil hat, dass man sie nicht im Garten vergraben oder in einem eingefrorenen Hähnchen verstecken muss.
Charttechnisch sehen wir bei 4.000 USD/oz. eine solide Unterstützung. Danach warten zwei weitere Auffanglinien bei 3.800 und dann 3.500 USD/oz. DSS5 und RSI, beide auf Wochenbasis eingestellt, befinden sich aktuell noch nicht in ihrem unteren Wendebereich, viel fehlt hier aber auch nicht mehr.
Für die Edelmetalle spricht, dass die über Jahrzehnte gültige Gewissheit der Sicherheit von Staatsanleihen heute hinterfragt werden muss. Kein Wunder, wenn Finanzminister beispielsweise Politikwissenschaft, Soziologie und Geschichte studiert haben, so wie Lars Klingbeil. Entwickelt sich die Verschuldungsorgie der westlichen Staaten so weiter, sind Gold- /Silbermünzen und Minenaktien ein wirkliches Muss für jeden Anleger. Und ein schönes Geschenk zu Weihnachten!
Silber: Jetzt wird‘s spannend!
Das ist schon einmal eine Hausnummer: Seit seinem Hoch von Ende Januar hat sich der Silberpreis mehr als halbiert! Ich hatte Sie beizeiten gewarnt.
Hier geht es nun darum, ob die jetzt punktgenau angelaufene, waagerechte Unterstützung nahe 54 USD/oz. hält oder ob der Unzenpreis vielleicht sogar in Richtung 30 USD/oz. durchgereicht wird - was nichts anderes wäre als eine once-in-a-live-Chance zum Einstieg. Perfekt ist, dass die Markttechnik diese Perspektive aktuell durchaus realistisch erscheinen lässt.
Lundin Gold: Wenn, dann hier!
Aus meiner Vorliebe für die Goldminenaktie Lundin Gold habe ich ja nie einen Hehl gemacht. Warum auch?
Hier sehen Sie sie im Korrelationschart zum Goldpreis. Womit erkennbar wird, dass diese Aktie fast schon so etwas wie ein Call-Derivat auf den Unzenpreis darstellt, in schwachen Marktphasen weniger korrigiert als Gold selbst und es in Aufwärtsphasen um Längen hinter sich lässt.Noch ist die Markttechnik hier nicht wirklich „unten“, ein Aktienkurs von 70 CAD wäre ein Jackpot!
Mit besten Grüßen und Wünschen!
Axel Retz