Die Ruhe vor dem Sturm
Das war es also, dieses wichtige Treffen zwischen den Staatenlenkern Chinas und der USA. Eigentlich bedeutsam, eigentlich richtungweisend, zumindest hätte es das sein sollen. Oder, was die beobachtende Weltgemeinde angeht, sein müssen. Das war es aber nicht, denn bewegt hat sich letztlich gar nichts.
Dass Mr. Trump abschließend Übereinstimmungen mit Xi Jinping betonte, hat nichts zu sagen. Dass beide Seiten nicht möchten, dass der Iran Atomwaffen besitzt und man sich wünscht, dass die Straße von Hormuz wieder frei passierbar ist, ist eine Selbstverständlichkeit. Aber sonst gibt es da eben wenig, bei dem man einer Meinung wäre.
Laut Donald Trump habe Xi Jinping ihm Unterstützung in der Iran-Frage angeboten. Es fällt allerdings auf, dass in den chinesischen Zusammenfassungen des Treffens davon keine Rede ist.
Dafür erwähnen die US-Statements nicht die dezente Drohung Chinas, sich in Bezug auf Taiwan besser nicht einzumischen.
Und sonst? Mr. Trump verkündete, China habe sich bereit erklärt, 200 Boeing-Flugzeuge zu kaufen.
Der Präsident scheint für den Konzern offenbar als Verkäufer im Außendienst unterwegs zu sein. Ob er da wohl Provision bekommt? Wenn, dann diesmal weniger als gedacht, denn im Vorfeld wurde her umgereicht, dass man China eigentlich 500 Maschinen andienen wollte. Und dass China sich am Kauf von US-Soja und US-Öl „interessiert gezeigt“ habe, heißt nicht, dass man da am Ende wirklich auch nur einen Yuan mehr ausgeben wird als bisher.
Bemerkenswert ist auch, dass die Zölle der USA und die Ausfuhrkontrollen Chinas in Sachen Seltene Erden scheinbar kein Thema waren. Zumindest wurde da nichts Offizielles verkündet … und gäbe es da Fortschritte, hätte Donald Trump damit sicherlich keine Minute lang hinter den Berg gehalten.
Was bleibt, ist der Eindruck, dass sich hier zwei rivalisierende Staatenlenker getroffen und jeder für sich gut Wetter gemacht haben, ohne dass dieses gegenseitige Misstrauen auch nur einen Deut kleiner geworden wäre. Das ließe sich als „harmonische Feindschaft“ bezeichnen:
Man traut sich nicht über den Weg, aber man muss halt, weil die Existenz der beiden Wirtschaftsmächte auch gegenseitige Vorteile ebenso wie Abhängigkeiten mit sich bringt, irgendwie miteinander auskommen.
Dass der US-Präsident im Nachgang des Treffens von großartigen Fortschritten sprach, das wird an den Finanzmärkten bestenfalls mit einem Gähnen honoriert. Und das hat sich Mr. Dealmaker selbst zuzuschreiben.
Wall Street: Ruhe vor dem Sturm
Bis jetzt sieht es zumindest an dieser „Front“nach einem Sieg des US-Präsidenten aus: Mit Kevin Warsh wurde Donald Trumps Wunschkandidat für die Nachfolge des amtierenden Fed-Chefs Jerome Powell bestätigt.
Von ihm erhofft sich das Weiße Haus die in
den Augen des Präsidenten längst überfälligen Zinssenkungen. Aber:
Der Markt hat sich in dieser Woche auf ein ganz anderes Szenario eingestellt, nämlich auf eine weiter steigende Inflation mit parallel dazu weiter anziehenden Zinsen am Rentenmarkt. Sie sehen es selbst:
Mit dem Anstieg der Renditen der 30-jährigen Langläufer ist zum Wochenausklang am Bondmarkt die auch psychologisch wichtige Marke von 5 Prozent übersprungen und ein neues 16-Jahreshoch erreicht worden.
Wie Sie im nebenstehenden Chart des marktbreiten S&P 500 erkennen, hat der Index charttechnisch unverändert Luft bis ca. 7.800 Punkte, während die markttechnischen Indikatoren bereits in ihren oberen Wendebereich eingetreten sind. Die Abwärtskorrektur naht!


DAX: Stur am Rockzipfel der Wall Street
Um den Dow Jones als sog. Kursindex realistisch mit dem DAX vergleichen zu können, muss auch das deutsche Aktienbarometer als Kursindex abgebildet werden. So wie rechts.
Sie sehen: DAX und Dow Jones laufen Hand in Hand. Was beim DAX schon fast überraschen kann, da sich
Deutschland in Europa wirtschaftlich längst als Konjunkturlokomotive verabschiedet und seit Jahren fest die Schlusslaterne gebucht hat.
Und an seiner ideologisch gesteuerten Politik offensichtlich festzuhalten gedenkt, obwohl selbst der das „Klimakrisen-Szenario“ dominierende IPCC seine die von ihm selbst veröffentlichten Horrorszenarien jetzt als „unplausibel“ zurückgenommen hat und ifo-Präsident Clemens Fuest gestern sogar Neuwahlen ins Spiel brachte, falls die von Bürgern und Wirtschaft nach nur einem
Jahr tatsächlich zum Teufel gewünschte schwarzrote Koalition nicht endlich in die Pötte findet.
https://www.bild.de/politik/inland/ifo-chef-clemens-fuest-bringt-neuwahlen-ins-spiel-6a082356639442857fa20f81. Chart- und markttechnisch deutet aktuell alles darauf hin, dass der DAX auch diesmal in die Fußstapfen der New Yorker Börse treten und eine Abwärtsbewegung einleiten wird. Solange der im Herbst 2022 gestartete Aufwärtstrend dabei nicht durchbrochen wird, bleiben die mittel- und langfristigen Wegweiser für den deutschen Leitindex aber positiv.
Für den DAX, mit dem wir es täglich zu tun haben, liegt diese Entscheidungsschwelle bei rund 21.800 Punkten, also ca. neun Prozent unterhalb des gestrigen Schlusskurses. Nach einem Bruch dieser Unterstützung wartet dann das nächste Kursziel bei 18.500 Punkten.

Öl: Peking könnte, aber will es?
China als mit Abstand wichtigster Handelspartner des Irans hat es wohl wirklich in der Hand, eine Öffnung der Straße von Hormus zu bewerkstelligen und damit seine eigene Energieversorgung aus der Golfregion wieder auf sichere Gleise zu setzen. Ich denke, dass es dazu kommen wird!
Für einen wirklich spannenden und sehr ausichtsreichen Trade gilt es, die „big figure“ 100 US$/barrel im Blick zu halten. Denn nach einem Abwärtsbreak dieses Levels ist ein Gewinn mit Puts so gut wie in sicheren Tüchern!

Palantir: Orwell-Aktie angeschlagen
Schon vor vierzehn Tagen hatte ich Sie in diesem Teil B meines Newsletters auf die absolut knisternd wirkende charttechnische Konstellation der Aktie des Überwachungs-Software-Giganten Palantir hingewiesen. Und seitdem hat sich die Lage weiter zugespitzt!
Zwei deutsche Behörden haben sich zuletzt gegen die Verwendung der Software des vom deutschen Milliardär Peter Thiel gegründeten Unternehmens ausgesprochen.
Von ihrem Allzeithoch auch ist die Aktie nun gut 35 Prozent nach unten abgerutscht. Unterhalb von 120 US$ wird es noch viel ruppiger werden!

Edelmetalle: Wie gesagt …
Zu den Edelmetallen schrieb ich Ihnen hier vor zwei Wochen, dass es mit dem höchst aussichtsreichen Einstieg in Minenaktien wie Lundin Gold (s. rechts), Coeur Mining, Fresnillo oder Agnico Eagle keine Eile habe, da die Abwärtskorrektur wohl fortbestehen dürfte.
Das hat ins Schwarze getroffen. Die Minenaktien haben weiter nachgegeben. Freuen Sie sich darauf, diese mit einer Gewinngarantie gesegneten Aktien binnen Kürze zu wirklichen Schnäppchenpreisen wieder neu auflesen zu können!

Kupfer: Korrektur voraus
Kriege, die sog. Energiewende mit ihren PV-Anlagen und der Photovoltaik, vor allem aber auch die Künstliche Intelligenz“ bedürfen vor allem eines Buntmetalls: Kupfer!
Dessen ungeachtet hat der Tonnenpreis diesen Metalls an der maßgeblichen Londoner LME im Wochen-Kerzenchart einen ausgesprochen bearishen „Shooting Star“ hinterlassen. Auch das bestätigt die Erwartung der Märkte, dass die kommenden Wochen eher von einer Abwärtskorrektur geprägt sein werden.

ZUSAMMENFASSUNG:
Aktuell scheinen sich die Finanzmärkte auf der Schwelle zu wichtigen, hoch profitabel umsetzbaren Gegenbewegungen
gegen die Trends der vergangenen Monate zu befinden.
Wer hier mitspielen möchte, findet zu den Themen Wall Street, DAX, Gold, Palantir, Rohöl und Lundin Gold in meinem
Kapitalschutz-Brief (www.kapitalschutz-brief.de) zum richtigen Zeitpunkt die konkreten Kaufsignale. Testen für 30 Tage
frei Haus!
Viel Erfolg und spätwinterliche Wonnegrüße!
Axel Retz
IMPRESSUM / RISIKOHINWEIS
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